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„…Mit ‘Spießer’ sind nicht die gemeint, die mit einer Gesellschaft konform gehen, sondern jene, die Andersdenken nicht zulassen oder nicht verstehen wollen oder können…“
Solange es ab und zu weh tut im Leben,
weiß man, dass man lebt.
Wie langweilig wäre das Leben,
wenn man bestimmen könnte
in wen man sich verliebt
oder welcher Mensch
sich in einen verlieben darf.
Menschen können wie die Sonne wärmen
aber auch dafür sorgen, dass man verbrennt.
Solange es weh tut, lebt man…
Oswald Henke

Quelle: http://www.flickr.com/photos/little_red/
Sei es das Verlangen, den sanften Kuss
auf der weißen Haut zu spüren.
Gemeinsam die Minuten auszukosten, die geblieben sind,
unbefleckt von all dem Schmach,
welcher, auserkoren durch zerfressene Zungen,
Verborgenes entkleidet.
Der Unschuld der Ahnungslosigkeit beraubt,
gezerrt ans Licht der Gaffer.
So sei es!
Doch mein Geist sehnt sich nach dem Dialog,
dem Spiel der Worte.
Mit ihm erstrahlt die Eleganz dieser Ebene.
Weder die Tat, noch das Wort zählt,
viel mehr wiegt das, was unterlassen blieb.
Das Wort, das nur gedacht.
Die Tat, die nur geplant.
Alle Züge, die nur auf dem Spielbrett der Phantasie
zu schemenhaftem Dasein thronten.
Die allumfassende Macht der Sehnsucht nach Wärme,
das Gefühl, ihr allein ergeben zu sein.
So sei es!
Auch wenn das Feuer schmerzt,
die Glut das Ebenmaß zerstört,
ein diffuses Gefühl entfacht,
Schmerz und Lust verbindet.
Unlöschbar bleibt die Sehnsucht…
So sei es!
Auch wenn ihr anders denkt,
diese Wärme spendet euch sicher keine Wärme.
Oswald Henke
Ich habe mir die Liebe abgewöhnt
Und bin doch weiter süchtig
Meine Hoffnung hat sich längst versteckt
Doch finden werd’ ich sie – entdecken
Warten heißt nicht Zeit verschwenden
Denn die Weisheit ist ein Scherz
Schließen öffnen alles wenden
Ich bin die Wahrheit du der Schmerz
Ich habe mir das Lieben abgewöhnt
Und bin doch weiter süchtig
Oswald Henke

Quelle: http://www.flickr.com/photos/montine/
leben bedeutet manchmal auch
einfach nur tief durchzuatmen
weiterzulaufen
weiterzuschreien
oder nur zu atmen
nach sauerstoff ringen
obwohl man lieber ersticken möchte
weiteratmen
weinen hilft manchmal
tränen kühlen
löschen das glühen der eigenen seele
zumindest wird der schmerz gekühlt
erträglicher
davongespült
vom eigenen inneren
aber schmerzen erinnern uns
dass leben auch anders sein kann
schöner
weiterleben
wie ein kuss
der überraschend deine lippen berührt
wie ein lachen
das dir ein fremder schenkt
wie das aroma
einer erdbeere
die zunge schmeckt
die neugier vor dem biss
dem kuss?
dem willkommen oder abschied
alles ist möglich
wenn man nicht das atmen vergisst
Oswald Henke

Quelle: http://www.flickr.com/photos/fluffyboo2/
Mein Herz zerbricht so gern
Zersplittert leise tausendfach
Anfangs nur ganz feine Risse
Irgendwann ist dort ein Nichts
Mein Herz zerbricht so gern
Fehler sehen und doch machen
Die Lust am Fremden
Verdrängt das Denken
Morgen ist morgen und nicht jetzt
Mein Herz zerbricht so gern
Oswald Henke
Es ist nicht Stein, noch Fleisch, noch Geist
Es überlebt, ohne zu leben
atmet nicht
ohne zu hoffen, verzehrt es sich
duldet
verzeiht
Wahrheit – gesucht – gefunden
aufgelöst
Was finden?
Was suchen?
Es ist …
Begehren oder ehren
verbeugen oder gemeinsam fallen
im Strudel zirkeln
Wasser schlucken
doch nie des Atem beraubt ertrinken müssen
Es ist …
Lust atmen
Vorher
Nachher
Nie mehr
Und doch immerzu
Es ist nicht Stein, noch Fleisch, noch Geist
Es ist …
Nimm meinen Körper – ich schenke ihn Dir
berühre mein Gesicht
und töte meinen Verstand mit Deinen Küssen
Es ist die Wahrheit, die niemand versteht
Oswald Henke
In Momenten, wenn es scheint, dass alles ergraut,
rückt allein der Blick in das Album der Erinnerung
den Schleier grau beiseite und entblößt glänzend die
Vergangenheit.
Jede Erinnerung an die Geburtsstunde jener
Fotografien benetzt die Augen salzig.
Wenn die Jugend zurückkehrt und das „Jetzt“
in das „Damals“ entführt, gelangen unbekannte Gesichter
durch bloße Gestik und Mimik zu liebenswerter Vertrautheit
und die Maske des Unbekannten weicht vertrauten Zügen
längst erlebter Bilderreigen.
Bilder, die beglücken und im Echo die Gedanken in Wehmut
stimmen.
Selbst das greise Faltenspiel lässt so niemals die
Vergangenheit vergessen.
Einmal noch – durch naive Augen – die erste Liebe erblicken.
Der Geschmack des ersten Kusses bleibt jedoch verwehrt.
Lange hallen viele Stimmen durch den wachen Verstand.
Ein wenig schmerzt das Spiel mit der Erinnerung,
Szenen erneut in Fleisch und Blut, atmend zu durchleben
ist uns nicht vergönnt.
Doch die Farben bleiben, sie geben der Zeit ein Gesicht.
Auch wenn das Vergessen versucht alles in Grau zu tauchen,
seiner Farben zu berauben, so gelingt es nur der Phantasie,
den Geist in eine bunte Bilderflut zu stürzen.
Was war, ist ein Gewinn für die Vergangenheit.
In Erwartung wunderschöner Bildfragmente, wage ich so den
Schritt in einen neuen Tag,
meine Phantasie begleitet mich,
lässt mich täglich altern, aber nur im Rahmen der Zeit.
Was war, ist ein Gewinn für die Vergangenheit.
Oswald Henke
Wenn Augeneis die Zeit verbannt
Wenn Lippenküsse zwei verbinden
Gleiten Hände
Reisen Sinne
Kein Wort zu viel
Im Wind verlieren sich die Worte
Die Haut geküsst schmeckt rein wie Wasser
Benetzt den Körper
Seidenleicht
Kein Wort ist nötig
Bleibe liegen
Küsse dich
Verlier mich sanft in Deiner Stille
Dein Augeneis durch Nähe schmilzt
Kein Wort, nur bunte Tränen
Da ist es
Jenes Funkeln
Das einer wunderbaren Zeit entspringt
Oswald Henke




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