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So sei es

Sei es das Verlangen, den sanften Kuss
auf der weißen Haut zu spüren.
Gemeinsam die Minuten auszukosten, die geblieben sind,
unbefleckt von all dem Schmach,
welcher, auserkoren durch zerfressene Zungen,
Verborgenes entkleidet.
Der Unschuld der Ahnungslosigkeit beraubt,
gezerrt ans Licht der Gaffer.
So sei es!

Doch mein Geist sehnt sich nach dem Dialog,
dem Spiel der Worte.
Mit ihm erstrahlt die Eleganz dieser Ebene.
Weder die Tat, noch das Wort zählt,
viel mehr wiegt das, was unterlassen blieb.
Das Wort, das nur gedacht.
Die Tat, die nur geplant.
Alle Züge, die nur auf dem Spielbrett der Phantasie
zu schemenhaftem Dasein thronten.
Die allumfassende Macht der Sehnsucht nach Wärme,
das Gefühl, ihr allein ergeben zu sein.
So sei es!

Auch wenn das Feuer schmerzt,
die Glut das Ebenmaß zerstört,
ein diffuses Gefühl entfacht,
Schmerz und Lust verbindet.
Unlöschbar bleibt die Sehnsucht…
So sei es!

Auch wenn ihr anders denkt,
diese Wärme spendet euch sicher keine Wärme.

Oswald Henke

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