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Kinderkram – Stöckchen

Bei holyfruitsalad habe ich ein Stöckchen gefunden, für das man seine Wohnung nach Gegenständen abgrast, die an die Kindheit erinnern. Das kann ein altes Erbstück sein, aber genauso gut die Orange sein, die an Omis ausgepressten Orangensaft zum Grießbrei erinnert, der Euch in Eurer Kindheit glücklich gemacht hat. Also vielleicht weniger den Gegenstand suchen, als erst mal in Gedanken zurück reisen. Diese Gegenstände werden dann wie auch immer fotografiert und ein paar wenige bis viele Worte dazu geschrieben, warum dieser Gegenstand die Erinnerung weckt und das Herz berührt.

Den einzigen gehäkelten Topflappen, der sich in meinem Besitz befindet, habe ich mal von meiner Mutter geschenkt bekommen. Früher war das genau andersherum. Schon in der Grundschulzeit hatte ich häkeln gelernt und irgendwann sogar Spaß daran gefunden. Meine selbstgehäkelten und mit wiederrum gehäkelten Motiven verzierten Topflappen habe ich gern verschenkt. Sie wurden viel benutzt und zierten jahrelang die Küche meiner Mutter und vor allem die meiner Oma, in der sie für die zahlreichen Familienfeste immer allerhand Leckereien gezaubert hat.

Diese Matruschka ist mir besonders ans Herz gewachsen, weil ich sie bei einem Besuch in Weißrussland geschenkt bekommen habe. Schon als kleines Kind fand ich jede Matruschka bemerkenswert. Ich weiß, dass meine Oma mehrere richtig große Ausgaben davon hatte. Jede von ihnen beherbergte zahlreiche weitere Püppchen in sich. Ich wurde es nicht müde, sie immer wieder zusammen- und auseinanderzubauen. Meine Tochter übrigens auch nicht, aber irgendwann hat sie mir meine wieder überlassen und jetzt geb ich sie nimmer her.

Dieses Langenscheidt Lilliput Dictionaire Französisch-Deutsch ist von 1961. Mitte der 70er Jahre habe ich es meinem besten Freund Edwin mühsam im Tausch gegen ein Wassereis abgeschwatzt. Ich fand das Format dieses Buches einfach genial und wollte es damals zum spielen für meine Barbie-Puppen haben. Edwin war ein echter Kumpel, er hat mich sogar mal auf seinem heißgeliebten Bonanza-Rad fahren lassen.

Der Kinderduden ist aus dem Jahr 1959 und gehörte ursprünglich meinem Onkel, der in dieses Buch schon hineingekritzelt hat, bevor es mir in die Hände fiel. Die pupsigen kleinen Geschichten von Mutter, Vater, Peter und Monika fand ich damals klasse und habe in dem am Ende enthaltenen Wörterbuch immer gern herumgestöbert. In dem Buch verschenkte die Tante noch 20 Pfennig für ein Eis und der gute Mond am klaren Himmel freute sich über brave Kinder, die immer rechtzeitig ins Bett gehen. Ja, ja – so war das damals 😉

Meine Eltern hatten eine Menge Schallplatten, die nicht nur herumstanden, sondern auch viel gehört wurden. Gern habe ich beobachtet, wie die Nadel aufsetzte um in leichten Wellenbewegungen der Rille zu folgen. Ich erinnere mich noch daran, dass meine Eltern recht oft Platten spielten, die auf dem Label einen Apfel hatten. Irgendwann bekam ich dann zum Geburtstag meinen eigenen Plattenspieler. Das war so ein knallrotes Ding, das einen Deckel hatte, in dem sich der Lautsprecher befand. Mein Wellensittich flippte immer total aus, wenn ich mir gelegentlich eine „Apfelplatte“ meiner Eltern mopste und in meinem Zimmer abspielte. Der Piepmatz war eben ein echter Beatles-Fan.

So richtig wahrgenommen habe ich das Stones-Emblem an einem meiner ersten Schultage an der Realschule. Ich hatte auf der Nachhausefahrt im Bus einen Sitzplatz ergattert und schaute auf einen Jeans-Hintern, der direkt vor mir stand und auf dessen Hosentasche sich die Stones-Zunge als Aufnäher befand. Ich fand das damals unglaublich cool. Erst Jahre später habe ich dann auch die Stones-Platten meiner Eltern gelegentlich gemopst und mir wiederum etliche Jahre später die Stones auch mal auf einem Konzert live angesehen.

Eine nette kleine Zeitreise – für den, der mag lasse ich das Stöckchen aufnahmebereit hier herumliegen.

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