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Hüpfpudding

Wieder ein Tag, an dem mich die Zeitarbeitsfirma in der holländischen Großkonditorei einsetzen konnte. Nachdem ich gestern schon gelegentlich fröstelnd an der Tortenfront gekämpft habe und die meiste Zeit kiloweise Bananen in Scheiben geschnibbelt habe, durfte ich heute in der Backstube schwitzen. Sowas nennt sich wohl ausgleichende Gerechtigkeit.

Heute habe ich gelernt, wie man den Tortenboden mit einer lockerleichten Bewegung ein Stück weit auf den Rand der Backform ruckelt und im nächsten Schritt die Form wegzieht, damit der Tortenboden auf dem Band landet. Meine ersten Versuche waren tragisch. Meine Bewegung war alles andere als lockerleicht und statt den Tortenboden zum Rand zu buchsieren, habe ich den auf den Kuchen gebackenen Puddingbelag locker lässig über den Rand direkt aufs Band geschlabbert und im nächsten Schritt den Tortenboden hinterhergejagt und zu Bruch gehen lassen. Eine elende Sauerei, aber meinem Mitkämpfer, der das schon seit drei Monaten macht und der mich angelernt hat, passiert das gelegentlich auch noch, wie ich beobachten konnte. Alles kein Beinbruch, sondern nur Kuchenbruch und den gibt es hier, wie so ziemlich alles, massenhaft.

Interessant für mich Ex-Bürokauffrau zu sehen, wie es in einer Tortenfabrik zugeht und in rauhen Mengen und riesigen Schüsseln und Maschinen alles zubereitet wird. Auf dem Weg durch die Firma habe ich gelegentlich einen Blick nach oben riskiert und dabei Gitterfließbänder entdeckt, auf denen die Tortenböden durch die Fabrik sonstwohin transportiert werden. Ich habe mich ein bisschen wie bei der Sendung mit der Maus gefühlt, wenn dort die Herstellung von irgendwas gezeigt wird – nur die erklärende Stimme hat mir gefehlt.

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Kategorien:Arbeit Schlagwörter:
  1. 14. Mai 2010 um 19:30

    Unglaublich genial geschrieben, wirklich ein großes Kompliment!
    Jetzt habe ich das unbändige Verlangen, auch einmal eine Tortenfabrik von innen zu sehen und mich an Tortenwurftechniken diverser Art und Erfolg zu erfreuen… =)

    Viele Grüße

  2. himbeerbel
    15. Mai 2010 um 15:47

    Es macht übrigens auch Freude, eine halbfertige Erdbeercremetorte nicht zu werfen, sondern sie statt aufs Band zu stellen einfach unters Band zu matschen. Aber da gibt’s bestimmt noch mehr nette Dinge, die man damit anstellen kann – ich habe noch nicht alles ausprobiert 😉

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