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[sparkle & shine] – Heart: Südafrika 2015

1. November 2015 1 Kommentar

Es fühlt sich eigenartig an, diesen Blogpost zu verfassen. Mehr als ein Jahr haben die Vorfreude und die Vorbereitungen für diese Reise gedauert. Zunächst hatte mein Herzbube mich erstmal dazu überreden müssen, weil ich befürchtet hatte gesundheitlich nicht fit genug dafür zu sein. Aber je näher der Abreisetermin kam, desto mehr freute ich mich und nach Gesprächen mit Psychologin und Psychotherapeutin zerstreuten sich auch die Bedenken ein wenig.

Freitags abends – am 02. Oktober – ging es mitsamt Herzbuben und seiner Mutter los. Mein erster Langstreckenflug überhaupt und der führte mit Emirates zunächst nach Dubai. Schlafen konnte ich bei diesem Nachtflug leider nicht und zum Filme schauen war ich innerlich doch zu nervös. In Dubai hieß es umsteigen und nach 3 Stunden Aufenthalt ging der Flug dann weiter nach Kapstadt. Diese Etappe kam mir wesentlich kürzer vor, da ich einen Großteil davon verschlief und mir zum Abschluss noch einen Film ansah.

In Kapstadt am späten Samstagnachmittag bei leichter Bewölkung gelandet, trafen wir nach kurzer Suche den Verwandten meiner beiden Mitreisenden, der Südafrikaner ist und in Pretoria wohnt und machten uns gemeinsam auf den Weg zur Autovermietung. Wie gut, dass wir Deutsche nur Beifahrer waren. Anfangs drehte sich mir vor Unsicherheit beim Beobachten des Linksverkehrs regelrecht der Magen um. Auf dem Weg zu unser Unterkunft „Ouskip Holiday Resort„, das etwa 30 km entfernt von Kapstadt entfernt am Melkbosstrand ist, machten wir unseren ersten Halt am Bloubergstrand. Hier kam für mich zum ersten Mal Urlaubsfeeling auf. Strand, Meer und Wind – und hier und da ein Sonnenstrahl durch die fantasievollen Wolkengebilde. Temperaturtechnisch zwar besser bekleidet mit einer Jacke zu genießen aber dennoch herrlich. Normalerweise hat man von diesem Strand aus die Postkarten-Ansicht auf den Tafelberg, der sich aber an diesem frühen Abend komplett hinter den Wolken verbirgt. Doch das kann uns die Freude am Angekommen Sein nicht im geringsten nehmen.

Der Sonntag startet mit einem Frühstück, das wir draußen vor unseren Unterkünften zwar wiederum bei Bewölkung, aber dennoch guter Laune einnehmen. Im Anschluss daran fahren wir zum Botanischen Garten nach Kirstenbosch. Alleinige Aufgabe des Botanischen Gartens, der sich malerisch zu Füßen des Tafelberges erstreckt, ist die Bewahrung der einheimischen Pflanzenwelt der Kapregion. Es finden sich keine fremden Pflanzen im gesamten Areal. Bei unserer kleinen Wanderung ist uns das Glück hold und wir haben wunderbarstes Sonnenwetter, bei dem wir die kunterbunt strahlende Blütenwelt genießen während die Wolken an den Berg geheftet zu sein scheinen. Doch wie schnell wandelbar das Wetter hier ist, erfahren wir schon nach einem kurzen Mittagssnack, der ausreicht um die Wolken in den Botanischen Garten wandern zu lassen und alles in einen feinen Nieselnebel zu hüllen.

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Auf dem Rückweg besuchten wir das nördlich von Kapstadt gelegene Einkaufszentrum Canal Walk, das mit 400 Läden und zahlreichen Restaurants das drittgrößte Einkaufszentrum in Südafrika ist. Es handelt sich dabei um einen riesigen Komplex, der neben Geschäften auch Kinos, Diskotheken und einen Freizeitpark umfasst. Das Einkaufszentrum wird von künstlichen Kanälen durchzogen, die man mit Booten befahren kann. An warmen Wochenendtagen ist der Besuch dieser Wasserlandschaft ein beliebtes Freizeitvergnügen der Kapstädter.

Der Besuch des Weinguts Fairview stand am Montag auf dem Programm. Wir nahmen dort an der Käse & Wein-Probe teil. Für mich als Nicht-Wein-Kennerin eine ganz besondere Erfahrung, das Zusammenspiel der unterschiedlichen Wein- und Käsesorten zu erkosten. Wunderbare Gaumenfreuden! Einen Augenschmaus bekamen wir später auf dem Signal Hill, wo wir mit einer wunderbaren Aussicht auf den Tafelberg und das tiefergelegene Kapstadt bekamen. Dabei entdeckten wir auch das Malaien-Viertel mit den vielen bunten Häusern, die wir uns ein wenig näher ansahen, bevor wir abschließend noch zu dem in ein Einkaufszentrum umgestaltete Hafenviertel Victoria & Alfred Waterfront fuhren.

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Auch am Dienstag hatten wir ein volles Programm, weil es so vieles Interessantes zu entdecken gab auf dem Weg zum Kap der guten Hoffnung. Natürlich konnten wir nicht einfach an am langen Sandstrand von Muizenberg vorbeifahren. Da in der False Bay eine Anzahl Weißer Haie leben, gibt es in Muizenberg eine Beobachtungsstation, die die Schwimmer und Surfer bei Gefahr alarmiert. Haie haben wir nicht gesehen, dafür haben wir am Strand diese niedlichen Umkleidekabinen entdeckt:

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Dann ging es weiter zum Boulders Beach, wo wir über zwei Besucherstege Teile der dort beheimateten Brillenpinuin-Kolonie beobachten konnten.

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Nach der Fahrt durch ein riesiges Naturschutzgebiet mit ganz eigener robuster Pflanzenwelt gelangten wir auch zum Cape Point und machten schließlich am Cape of Good Hope das obligatorische Foto vor dem Schild, das es hier nicht zu sehen gibt, weil ich dieses Bild viel schöner finde 🙂

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Unser Rückweg führte uns schließlich über den Chapman’s Peak Drive, den viele Autokonzerne bereits als Kulisse für ihre Werbeaufnahmen nutzten. Er schlängelt sich in 114 Kurven unmittelbar zwischen Meer und steilen Felswänden entlang von Hout Bay nach Noordhoek und führt über den Chapman’s Peak, einen 160 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt.

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Am nächsten Morgen – dem Mittwoch – verließen wir unsere bisherige Unterkunft und machten uns auf den Weg zum südlichsten Punkt Afrikas. Dabei machten wir in Hermanus Rast. Hier hatten wir eigentlich geplant mit einem Boot zu den Walen zu fahren, aber leider war an dem Tag das Meer zu leidenschaftlich, so dass die Boote nicht rausfuhren. Ich hatte mich zwar unglaublich darauf gefreut, aber wir hatten dennoch Glück. Auch vom Land aus konnten wir in der Bucht einige Wale beobachten. Hier hätte ich den ganzen Tag auf einem Felsen ausharren und das Treiben der Wale beobachten können.

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Am frühen Abend erreichten wir schließlich inmitten eines Naturschutzgebietes das Agulhas Rest Camp, eine unglaubliche schöne Unterkunft, in der man den Meerblick gleich vom Bett aus genießen kann und einem der Sternenhimmel einen so unwirklich klaren Einblick gewährt, dass man mit bloßem Auge die Milchstraße erkennen kann. Es war unbeschreiblich! Und ein Frevel, dort nur eine Nacht zu bleiben 😉

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Unseren Travelbug und die beiden anderen, die wir noch wenige Stunden vor dem Abflug aus einem Travelbug-Hotel mit auf die Reise genommen hatten, wurden wir am Donnerstag los. In der Nähe eines kleinen Schiffswracks fanden wir unseren bisher südlichsten Cache und konnten dort die Travelbugs deponieren. Danach erreichten wir den südlichsten Punkt Afrikas, wo auch der Indische Ozean mit dem Atlantischen Ozean zusammentrifft:

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Weiter ging es dann zu unserer neuen Unterkunft in George, wo wir es zunächst etwas ruhiger angehen ließen. Am Freitag stand eine kleine Shoppingtour an und in einer schön gelegenen Bucht entdeckten wir später ernüchternd eine Gedenkstätte für tote Surfer. Sport ist eben manchmal doch Mord…

Samstags ging es dann nach Knysna – einem Ort in dem die eher gutsituierten Menschen ihr traumhaft gelegenes Zuhause finden. Der Dolphin’s Point machte zwar seinem Namen keine Ehre, bot aber dennoch eine atemberaubende Aussicht:

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Der Sonntag begann mit einer kleinen Tour durch die Cango Caves, einem Höhlensystem, das zu den schönsten der Welt zählt.

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Später ging es zum „Rust en Vrede“-Wasserfall, wo wir die einzigartige Stimmung andächtig bei einem Glas Sekt und Crackern mit Käse auf uns wirken ließen.

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Zum Abschluss besuchten wir eine Straußenfarm, wo ich mich von einem Strauß beim Füttern in die Finger zwicken ließ und später einen Blick in die Kinderstube werfen konnte:

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Am Montag ging dann unser Flug von George nach Johannesburg mit Kulula Airlines. Dort übernahmen wir den neuen Mietwagen und brachten erstmal unseren Südafrikaner zurück nach Pretoria, weil er dort am nächsten Tag wieder arbeiten musste. Danach übernahm mein Herzbube das Steuer und ist wirklich gut mit dem Fahren zurecht gekommen. Sicher brachte er uns nach Rustenburg zu unserer Unterkunft bei Buffelspoort.

Der Dienstag war unser offizieller Ruhetag, an dem wir uns gerade mal dazu herabließen den Waschsalon zu betreten um uns der Schmutzwäsche zu widmen.

Dafür ging es am Mittwoch zum Pilanesberg Nationalpark wo wir zahlreiche Tiere beobachten konnten, aber die Big 5 letztlich doch nicht geschafft haben. Egal, schön wars!

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Am Donnerstag bezogen wir eine neue Unterkunft in Lyttelton, das Centurion Guest House und sahen auf dem Weg dorthin außerdem in dem total urigen Restaurant „Tan Mali se Winkel“ vorbei. Darüber, dass wir in einem nahegelegenen Shop hemmungslos Souvenirs eingekauft haben, schreibe ich hier nichts.

Das Voortrekkerdenkmal, das in der Stadt Pretoria steht, haben wir am Freitag besucht. Der massive Granitbau wurde zu Ehren der Voortrekker errichtet, die die Kapkolonie zu Tausenden zwischen 1835 und 1854 verließen, um weitere Gebiete des heutigen Südafrika zu besiedeln.

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Am Samstag haben wir bei der Unterkunft ausgecheckt und waren bis zum späten Nachmittag in Pretoria, wo wir von „unserem“ Südafrikaner mit einem Poijkie bewirtet wurden. Aber bevor es so weit war, haben wir uns noch mit genialen Gewürzen in zwei indischen Geschäften eingedeckt. Warum gibt es die hier eigentlich nicht? Schneller als es uns lieb war, war es dann wieder so weit. Zeit zum Flughafen nach Johannesburg zu fahren und den Mietwagen abzugeben. Einchecken. Und dann das ganze Retour. 8 Stunden Nachtflug nach Dubai und von von Dubai 8 Stunden nach Düsseldorf.

Traurig irgendwie, weil die Zeit dort schön war und ich so vieles gesehen und bestaunt habe.

Und doch auch schön wieder zu Hause zu sein und freudig von einer total verschmusten Katze empfangen zu werden.

Fazit: Das war so ein hammergeiler Urlaub, dass ich es noch gar nicht fassen kann, dass ich ihn erleben durfte! Danke, mein Herzbube!

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Glücksspiel

„…’Sorry, do you know where the Biltong is?‘ ‚BILTONG?‘ Die Verkäuferin sagt „Biltong“, als würde ihr zum ersten Mal bewusst, wonach sie sucht. ‚Okay.‘ Die Verkäuferin schleicht jetzt den dritten ewig langen Gang ab…Nun biegt sie in die vierte Reihe ab. Simon ist extrem genervt. Warum sagt sie nicht einfach, dass sie keine Ahnung hat?

Das scheint eine kulturelle Sache zu sein. Man möchte nicht unhöflich erscheinen und sagt deswegen oftmals lieber irgendwas, was nicht stimmt, als zuzugeben, dass man es nicht weiß. Wenn der Gesprächspartner keinen sicheren Eindruck macht, schadet es sicherlich nicht, noch bei jemand anderem nachzufragen…“

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